2 Frauen sitzen an einem Tisch in einem Kaffeehaus und haben einen Videocall am Handy. Eine Frau isst eine Zimtschnecke.

Kaffeeklatsch mit Jan Fitschen & Annette Vogt

Wir haben Spitzensportler Jan Fitschen und Sport-Influencerin Annette Vogt zu uns in die Genusshöfe eingeladen, um über das zu sprechen, was im Leben wirklich zählt: echte Geschichten, ehrliche Emotionen und die kleinen Schrulligkeiten, die jeden Menschen auf seine eigene Art liebenswert machen.

In entspannter Atmosphäre geht es um persönliche Einblicke, besondere Begegnungen und die Wertschätzung für die kleinen Dinge des Alltags. Und was wäre ein gutes Gespräch ohne eine genussvolle Pause? Während Jan Fitschen krankheitsbedingt per Call zugeschaltet war, nahm Annette Vogt bei einem Espresso und einer frisch gebackenen Schnegge aus unserem Kaffeehaus Zeit für offene Worte, authentische Geschichten und einen Blick auf das, was sie bewegt. Ein Interview über Sport, Menschlichkeit und die besonderen Momente, die das Leben ausmachen.

 

Jan, du bist Europameister und Osnabrücker durch und durch. Was bedeutet Heimat für dich, wenn du über Training, Wettkämpfe und Alltag nachdenkst?

J: Meine Jugend in Osnabrück hat mich sehr geprägt und wenn ich übers Laufen nachdenke, gehört für mich die Illoshöhe und der Rubbenbruchsee immer dazu. Am See müsste von meinen vielen Trainingsrunden dort noch eine deutliche Furche zu sehen sein und auf einigen Bäumen die Kilometermarkierungen, denn zu meiner Zeit gab es ja noch keine GPS-Uhren für genaue Zwischenzeiten.

Wie hat deine Herkunft aus Osnabrück deine Coaching-Philosophie geprägt?

A: Bodenständig, herzlich und sehr direkt. Ich glaube daran, dass jeder laufen kann – man muss nur anfangen. Na ja und dann kommt da auch immer Feinstaub mit rein. Bisschen Meditieren oder Atemübungen sind in meinen Plänen Pflicht – genau wie Intervalle.

Drei Begriffe für deinen sportlichen Alltag?

A: Freiheit. Konfetti. Gemeinschaft.

J: Freiheit. Natur. Glück.

Welche Orte verbinden dich mit deiner Laufgeschichte?

A: Der Rubbenbruchsee geht immer. Und eigentlich jeder Weg, auf dem schon Schweinehunde unterwegs waren. 🩷

J: Wie schon beschrieben die Illoshöhe und der Rubbenbruchsee. Aber auch der Sportplatz des SV Atter, neben dem ich aufgewachsen bin. Auch den Finkenhügel habe ich immer vor Augen als den Punkt, an dem es beim Silvesterlauf anstrengend wird.

Wie siehst du die Genusshöfe?

A: Sport und Genuss schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Nach einem guten Lauf schmeckt guter Kaffee einfach doppelt so gut und habt ihr mal die ganzen Schneggen probiert?! Ich habe immer noch nicht alle ausprobiert, aber die Pudding-Schnegge oder die Spinat/ Feta-Schneggen sind der HAMMER!

J: Man meint ja immer, Athlet:innen müssten sich wer weiß wie gesund ernähren. Aber wer viel trainiert hat auch ständig Hunger und daher ist für mich neben leckerem, gesundem Brot auch immer die Schokolade ganz ganz wichtig. 

Jan, du liebst ja auch unsere Schokojungs. Gibt’s einen Schokoheld oder Genussheld? 

J: Die Laufkugeln finde ich klasse. Besonders Himbeere. Die sind einfach genial. Ansonsten aber auch die weiße Schokolade mit den Erdbeerstückchen.

Was würdest du Laufanfänger:innen mitgeben?

A: Bitte nicht Vollgas beim ersten Lauf. Langsam ist kein Rückschritt – langsam ist schlau. Hört nicht auf das High Performance Gelaber von Leuten, die keinen Plan haben.

Welche Rolle spielen Regeneration und Genuss?

A: Regeneration ist kein Pausieren, sondern Teil des Trainings. Und wer nie genießt, hält auch keinen Marathon durch. Atmen, trinken, essen und viiiiiiel schlafen. Das sind doch alles Dinge die großartig sind. Sympathikus und Parasympathikus müssen einfach ausgeglichen sein für eine starke Verletzungsprävention.

Jan, was bedeutet für dich “Laufen als Erlebnis” – kannst du eine Szene beschreiben, die du besonders gern (live) erlebst?

J: Am liebsten einen Lauf im Urlaub. Am Atlantik aus dem Wohnmobil raus und auf dem Küstenwanderweg auf Entdeckung gehen. Zum Beispiel auf dem GR34 in der Bretagne. Sonst aber natürlich auch immer wieder gerne in Kenia, dem “Home of Champions” wohin mich jedes Jahr eins meiner Laufcamps führt.

Welche Rolle spielen Regeneration und Genuss in deinem Training?

Kanon: Genuss und Entspannung sind für mich extrem wichtig. Einfach mal runterfahren und sich erholen. Zum Beispiel mit einer guten Schokoladentafel. 

Habt ihr exklusive Regenerationstipps für den bevorstehenden Herbst und Winter?


J: Wer die Möglichkeit hat, darf im Herbst und Winter gerne die heiße Wanne nutzen. Sonst natürlich immer auch die Produkte von feels.like. Die sind klasse.

A: Nasse Sachen aus, warme Sachen an. Schlafen. Essen. Indoor-Bike. Noch mehr Krafttraining.

Jan, du warst hier schon Referent bei unserem Event “So schnell wie die Kenianer” – welche Erkenntnisse kannst du nochmal erzählen, für die, die leider nicht dabei waren?

J: Das Event lässt sich nicht so schnell zusammenfassen, aber wichtig ist auf jeden Fall, das richtige Maß fürs Durchstarten und Durchatmen zu finden.
Und wenn du für das brennst, was du erreichen willst, dann hast du den halben Weg schon geschafft.

Welche Botschaft würdet ihr Läufer:innen mitgeben, die nicht nur schneller, sondern auch nachhaltiger trainieren wollen?

A: Hau raus, Jan.

J: Achte auf Kräftigung, Regeneration und vielleicht alternatives Ausdauertraining wie Radfahren oder Schwimmen. Versuche, Steigerungen beim Umfang und Intensität nur langsam einzubauen.

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